
Das Projekt wurde im Zuge der Baukulturförderung durch das
Bundesministerium Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport gefördert.
GZ 2025-0.916.569
>> Gemeinden gestalten ihre Ortskerne selbst: Innenentwicklung von Orts- und Stadtkernen durch modale Vielfalt und Gestaltung von Straßen und Plätzen
Zu hohe Geschwindigkeiten, fehlende Flächen für Fußgänger:innen, mangelndes Sicherheitsgefühl oder Leerstände im Ortskern: Gemeinden stehen vor vielfältigen Herausforderungen. Viele Probleme bleiben ungelöst, weil die eigenen Handlungsmöglichkeiten im Wirkungsbereich der Gemeinden oft zu wenig bekannt sind.
Im Projekt „Gemeinde.Macht.Selber“ zeigt verkehrplus ZT GmbH auf, wie Gemeinden ihren öffentlichen Raum eigenverantwortlich gestalten und die Entwicklung ihrer Orts- und Stadtkerne aktiv vorantreiben können. Im Mittelpunkt stehen die rechtlichen und planerischen Möglichkeiten, die Gemeinden selbst nutzen können – ohne bürokratischen Mehraufwand und faktisch mit sofortiger Wirksamkeit.
>> Die Perlenschnur der Innenentwicklung
Ein zentrales Ergebnis des Projekts ist die von verkehrplus entwickelte „Perlenschnur der Innenentwicklung“. Sie veranschaulicht, wie ein auf die Situation abgestimmtes Verkehrsregime, eine durchdachte und darauf aufbauende Gestaltung und eine daraus generierte Aufenthaltsqualität ineinandergreifen. Verkehrsberuhigung schafft somit den Rahmen, um Straßen und Plätze neu aufzuteilen und beispielsweise mit zusätzlicher Begrünung, Möblierung und barrierefreien Angeboten aufzuwerten. So entstehen öffentliche Räume, die zum Verweilen und Begegnen einladen, die aktive Mobilität fördern und die umliegenden Nutzungen stärken.
>> Das Gemeinde.Macht.Selber Dutzend
Das „Gemeinde.Macht.Selber Dutzend“ fasst zwölf zentrale Begriffe und Handlungsansätze der Innenentwicklung zusammen. Dazu zählen etwa die Straße als „dritte Fassade“, die bewusste Umverteilung von Flächen, die modale Vielfalt, die Belebung öffentlicher Räume und die eigenverantwortliche Nutzung kommunaler Handlungsspielräume. Die zwölf Impulse bieten Gemeinden eine kompakte Orientierung, um die eigenen Möglichkeiten zu erkennen und erste Schritte in Richtung lebenswerter Ortszentren zu setzen.
>> Von der Idee zur Umsetzung
Im Projekt wurden gemeinsam mit den Pilotgemeinden Fehring, Kirchdorf an der Krems und Nestelbach bei Graz konkrete Ausgangslagen analysiert und mögliche Maßnahmen erarbeitet. Die Beispiele aus den drei Gemeinden verdeutlichen, dass es unterschiedliche Ausgangslagen gibt und Gemeinden in ihrem eigenen Wirkungsbereich vielfältige Möglichkeiten haben, die Entwicklung ihrer Ortskerne aktiv mitzugestalten.
Das Projekt macht deutlich: Auch kleine Schritte können wichtige Impulse für eine nachhaltige Ortsentwicklung setzen. Werden Verkehrsorganisation, Gestaltung und die Bedürfnisse der Bevölkerung gemeinsam gedacht, entstehen öffentliche Räume, die Sicherheit, Lebensqualität und Gemeinwohl stärken.
Das Vademecum „Gemeinde.Macht.Selber“ steht als kompakte Zusammenfassung der Projektergebnisse hier zur Ansicht und zum Download zur Verfügung.
Es bietet Gemeinden Anregungen, konkrete Handlungsansätze und Beispiele aus der Praxis, um die eigenen Gestaltungsmöglichkeiten zu erkennen und die Entwicklung ihrer Orts- und Stadtkerne selbst in die Hand zu nehmen.






