Gemeinsam planen, nachhaltig umsetzen
Wie kann Radfahren im Alltag zu einer attraktiven Alternative zum Auto werden? Das Radverkehrskonzept für das Gratkorner Becken zeigt, wie aus einer gemeinsamen Planung Schritt für Schritt ein durchgängiges Radverkehrsnetz entsteht.
Im Gratkorner Becken haben die Marktgemeinden Gratkorn und Gratwein-Straßengel gemeinsam mit dem Land Steiermark, der verkehrplus ZT GmbH und den Menschen vor Ort ein umfassendes Radverkehrskonzept entwickelt. Ziel ist es, sichere, komfortable und möglichst direkte Verbindungen für den Alltagsradverkehr zu schaffen.
Im Rahmen der Planung wurden auf Basis einer detaillierten Analyse der Siedlungs- und Verkehrsstrukturen die wichtigsten Verbindungen im Planungsraum ermittelt und zu einem zusammenhängenden Radverkehrsnetz entwickelt. Dabei entstand ein Netz aus acht Hauptradrouten sowie ergänzenden Verbindungen, die Lücken schließen und wichtige Ziele wie Wohngebiete, Arbeitsplätze, Schulen, Ortszentren und den öffentlichen Verkehr miteinander verknüpfen.
Ein wesentlicher Bestandteil des Planungsprozesses war die Einbindung der lokalen Akteur:innen und der Bevölkerung. Neben Workshops und Befahrungen wurden rund 600 Bürger:innen zu ihrem Mobilitätsverhalten, ihren Wünschen und ihren Vorstellungen für die zukünftige Radmobilität befragt. Die Ergebnisse flossen gemeinsam mit den Erkenntnissen aus der Bestandsanalyse und den Befahrungen in die Entwicklung des Zielnetzes ein.
Von der Planung zur Umsetzung
Das Radverkehrskonzept bildet die Grundlage für zahlreiche konkrete Maßnahmen im Gratkorner Becken. Seit 2019 werden diese Maßnahmen schrittweise umgesetzt. Dazu zählen neue und verbesserte Geh- und Radwege ebenso wie Lückenschlüsse und Maßnahmen zur besseren Orientierung und Verkehrssicherheit. Der Umsetzungszeitraum ist bis 2028 vorgesehen.
Ein besonders anschauliches Beispiel ist der Geh- und Radweg entlang der Mur im Bereich des Sappi-Werksgeländes. Die rund 1,7 Kilometer lange Verbindung wurde im Rahmen des Radverkehrskonzepts entwickelt und von verkehrplus ZT GmbH geplant und in der Umsetzung begleitet. Durch die Führung entlang der Mur entstand eine attraktive und vom motorisierten Individualverkehr weitgehend ungestörte Verbindung zwischen den Gemeinden.
Auch die im Video gezeigte Radverkehrsbrücke zwischen Gratwein-Straßengel und Gratkorn ist ein wichtiger Baustein des regionalen Radnetzes. Sie schafft eine direkte Verbindung und ermöglicht insbesondere die Anbindung an den Bahnhof.
Das Projekt zeigt: Gute Radverkehrsplanung beginnt nicht erst beim Bau eines Radwegs. Sie setzt bei der Analyse von Wegen und Verkehrsströmen an, berücksichtigt die Bedürfnisse der Bevölkerung und entwickelt daraus ein zusammenhängendes Netz. So können einzelne Maßnahmen zu einem funktionierenden Gesamtsystem für die Alltagsmobilität werden.
Im Video des Landes Steiermark wird das Radverkehrskonzept Gratkorner Becken und seine bisherige Umsetzung vorgestellt: